Propaganda der Medien nur in Russland?

Da laut Gesetz in Deutschland die Meinungsfreiheit gilt und die Zensur nur in Ausnahmefällen greift, könnte man davon ausgehen, dass die öffentliche Meinungsbildung  in Deutschland objektiv erfolgt.

In Bezug auf die Springerpresse wird dies schon durch eine „Unternehmensverfassung“ eingeschränkt. Dort heisst es unter anderem: „Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ gehöre zu den Unternehmensgrundsätzen des Axel Springer Verlages. Dagegen fehlt in dieser „Unternehmensverfassung“ ein gleichrangiges Bekenntnis zu einer allein an der Wahrheit orientierten Berichterstattung.  Ich deute dies so, dass ein Journalist bei Springer in Bezug auf die Nato zu einer positiv gefärbten Berichterstattung verpflichtet ist.

Mehr als deutlich wurde dies heute bei einem Artikel mit dem Titel „Russland vernichtet Wohlstand in Deutschland“. Mein Kommentar, dass der Titel wohl eher heissen müsse „Merkel vernichtet Wohlstand in Deutschland“ wurde nicht veröffentlicht. Zur Begründung meiner Meinung schrieb ich, dass es eher zweifelhaft sei, dass Putin seine militärischen Expansionsziele aufgrund von Wirtschaftssanktionen einschränken würde.

Im Übrigen scheint es mir bei der Welt eine gerne angewandte Praxis zu sein, bei Diskussionen, die in eine nicht gewollte Richtung gehen, wie beim hier genannten Beitrag über Russland, die Diskussion schon nach wenigen Stunden zu schliessen, obwohl der Beitrag noch auf der Startseite von welt.de verlinkt ist.

Manipulative Berichterstattung und Zensur findet also nicht nur in Russland, sondern in kleinerem Mass auch in Deutschland statt. Der einzige Unterschied ist, sie erfolgen nicht aufgrund staatlichen Zwangs.

Die ständige Zensur in vielen Foren, wie Spiegel-Online, Welt usw. war überhaupt der Grund, warum ich diesen Blog eröffnet habe. Meine Beiträge waren niemals diffamierend oder gesetzeswidrig, trotzdem wurden sie häufig nicht veröffentlicht. Dabei habe ich auch die Tendenz wahrgenommen, dass die Zensur der Zeitungen dahin geht, dass mit grösserer Häufigkeit Beiträge nicht veröffentlicht werden, die der Grundlinie der jeweiligen Zeitung zuwiderlaufen.

Bei Spiegel Online ist meiner Ansicht nach die Zensur am schärfsten. Dort scheinen nach meiner Erfahrung ganze Accounts einfach gesperrt zu werden, d. h. es werden dann überhaupt keine Beiträge mehr durchgelassen. Wer es also bei Spiegel-Online nicht schafft einen Beitrag nicht zu veröffentlichen, sollte noch mal versuchen, den gleichen Beitrag mit einem neuen Account zu veröffentlichen.

Eine positive Ausnahme sehe ich bei Focus. Nachdem es anfangs einem Lotteriespiel glich, ob ein Beitrag veröffentlicht wird, scheint mir, dass nun praktisch jeder ordentliche Beitrag akzeptiert wird.

Am wenigsten Zensur findet meiner Erfahrung nach beim Handelsblatt statt.

Nach diesen Erfahrungen wäre es begrüssenswert, wenn wenigstens die Medien ohne kommerzielle Interessen, nämlich die öffentlich-rechtlichen die ganze Bandbreite an Meinungen widerspiegeln würden. Leider ist aus meiner Sicht auch dies nicht immer der Fall.

Quellen:

https://www.axelspringer.de/artikel/Grundsaetze-und-Leitlinien_40218.html

http://www.welt.de/wirtschaft/article131218776/Russland-vernichtet-Wohlstand-in-Deutschland.html

 

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