Die bankenfreundliche Berichterstattung im Spiegel, Beispiel Sven Böll

Auch Sven Böll ist ähnlich wie Wolfang Münchau (http://www.weltundzeit.de/?p=585) für mich ein Beispiel für die gezielte Spiegel Propaganda im Sinne der Grossbanken.
Anlässlich des Artikels von Jan Fleischhauer mit dem Titel „Griechische Euro-Verhandlungen: Holt den Psychiater!“ wollte ich in einem Beitrag im Forum von SPON, an einige Beiträge von Sven Böll erinnern, die aus heutiger Sicht geradezu grotesk anmuten. Leider wurde dieser Beitrag von Spiegel-Online nicht veröffentlicht, sodass ich Ihn hier unverändert wiedergeben werde. Offensichtlich scheint es für Spiegel-Online und die tendenziöse Berichterstattung in Bezug auf Griechenland schon zu viel zu sein, wenn an frühere Beiträge eigene Beiträge von Spiegel-Online erinnert wird.
Über Sven Böll erfährt man nicht viel. Laut XING ist Sven Böll derzeit Wirtschaftsredakteur im Hauptstadtstudio des Spiegel. Interessant ist folgender Absatz auf den Nachdenkseiten:
„Sven studiert Politik und Volkswirtschaft und fängt an bei einer Unternehmensberatung, die auf Finanzdienstleister spezialisiert ist. Doch die Freude am Leben erster Klasse will sich nicht dauerhaft einstellen. Im Seminar beschließt Sven daher, einem alten Berufswunsch nachzugehen und Journalist zu werden.“
Ähnlich wie bei Wolfgang Münchau stellt sich hier die Frage, wie nah eigentlich ein wichtiger Spiegel-Redakteur der Finanzindustrie ist. Eindrücklich ist Bölls unten verlinkter Artikel von 2010 mit dem er für Kredite an Griechenland wirbt, gegen die sich Angela Merkel zu diesem Zeitpunkt noch sperrte. Es sind z. T. die Argumente, mit denen später auch Mitglieder der Bundesregierung für die dann gewährten „Kredite“ warben:

  • Man müsse den Banken helfen
  • Es seien ja nur Kredite, die dann auch zurückgezahlt werden würden
  • Die Kredite seien auch noch mit einem Gewinn verbunden

Nachträgliche Ergänzung im Juni 2016:

Die öffentlich rechtlichen Medien bereiten jetzt schon auf den nächsten Politikschwenk vor und reden plötzlich nicht mehr von Krediten, sondern von Finanzhilfen.

Es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass nach der Bundestagswahl 2017 der Schuldenschnitt kommen soll. Zu diesem Zeitpunkt ist dann das Gegenteil von dem eingetreten was Böll prophezeite: „das Geld ist futsch“.
Bei den Nachdenkseiten wird gegenüber Sven Böll übrigens der Vorwurf gemacht, er habe sei in argumentativer Nähe zur Versicherungswirtschaft.
Hier der Link zu den Nachdenkseiten:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4391

Zensierter Beitrag auf Spiegel Online vom 11.3.2015
Titel: Griechische Euro-Verhandlungen: Holt den Psychiater!
Beitrag:
Kleiner Rückblick:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-deutschlands-oberster-populist-a-782144.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-wie-deutschland-seine-dunklen-aussichten-verdraengt-a-735745.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/robuster-euro-europas-superstar-trotzt-dem-krisendomino-a-730469.html
Alle Artikel von Sven Böll. Und das hier ist mein Lieblinsartikel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechische-finanzkrise-warum-deutsches-geld-in-athen-gut-angelegt-ist-a-688091.html

2 Gedanken zu “Die bankenfreundliche Berichterstattung im Spiegel, Beispiel Sven Böll

  1. Propaganda ist ein Begriff mit dem ich vorsichtig wäre. Wir leben weder in der UDSSR noch im Iran oder Nordkorea. Dort ist dieser Begriff angebracht.

    Ähnliches gilt für Pauschalierungen die „dem“ Spiegel (oder anderen Medien) ein tendenziöse Berichterstattung vorwirft, weil sie nicht der eigenen Meinung entsprechen. Ich sehe ausserdem keinesfalls, dass die Berichterstattung so einseitig ist wie suggeriert.

    Inhaltlich ist mir die Thematik zu kompliziert, als das man sich auf einzelne Punkte beschränken könnte. Wenn man sich aber beschränkt sollte man dies auch schreiben. ZB das man hier nur einen Punkt beleuchtet, was nicht bedeutet dass dies der einzige oder der wesentliche Punkt sein.

    Deshalb sehe ich die obige Kritik ähnlich wie das was sie kritisiert. Viele Argumente von Böll finde ich nicht falsch, es sind aber eben nicht die einzigen.

  2. Ich sehe es aehnlich und war heute auch geneigt zu recherchieren, in welcher wirtschaftlichen Abhaengigkeit sich Herr Boell zu Grossbanken befindet.
    Anders ist der m.E. heutige Text im Spiegel nicht zu erklaeren. Fuer mich war es der Grund nach 20 Jahren das Blatt abzubestellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.