Schäuble und die angebliche Grexit Drohung

Stellen sie sich vor, sie würden ein Auto kaufen wollen. Sie sagen dem Käufer, sie wollen das Auto unter allen Umständen kaufen, weil es ein Unikat sei. Anschliessend treten sie in Preisverhandlungen ein. Der Verkäufer stellt immer neue Forderungen auf, der vom Verkäufer angebotene Preis wird nicht niedriger, er wird immer höher. Und die Verhandlungen ziehen sich unendlich in die Länge.

Genau so ist die Eurogruppe mit Griechenland vorgegangen. Nach einem halben Jahr sinnlosen Verhandlungen ist wohl auch Frau Merkel aufgegangen, dass es keine gute Idee ist, zu verhandeln, wenn ein positives Verhandlungsergebnis, nämlich, dass es keinen Grexit geben darf, von vornherein feststeht.

Wenn allerdings Frau Merkel mit dem Grexit droht, bedeutet dies Unruhe im In- und Ausland. Um aus diesem Dilemma herauszukommen gibt es überhaupt nur eine mögliche Lösung. Sie muss Herrn Schäuble mit einer angeblichen Grexitdrohung vorschicken.

In diesem Szenario wird ein Grexitpapier lanciert. Gabriel ist eingeweiht. Im Moment als das Papier an die Öffentlichkeit gelangt, ist Gabriel in der Zwickmühle. Seine Genossen sind empört. Erklärt er seinen Parteifreunden, dass die Grexit-Drohung nur eine Finte ist, dann erfahren dies auch die Griechen.

Wenn es stimmt, was im Spiegel stand, setzte Merkel Schäuble sogar als Drohung ein. Als Tsipras zusammen mit seinem Finanzminister aufkreuzte soll Merkel gescherzt haben, nun müsse sie wohl auch Schäuble hinzuholen.

Die Wahrheit dürfte sein, Herr Schäuble hat nichts gegen den Grexit. Er ist aber auch nicht wirklich dafür. Wäre er wirklich dafür, dann hätte er der Aufnahme neuer Verhandlungen gar nicht zustimmen dürfen und wäre bereits zurückgetreten. Denn Schäuble weiss ganz genau: die Aufnahme von Verhandlungen ist eine Vorentscheidung gegen einen Grexit. Zu diesem Spiel passt eine Rücktrittsdrohung, die in dem Moment, wo sie ausgesprochen wird, schon wieder dementiert wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.