Den separaten Religionsunterricht als Schulfach abschaffen und Ethik für alle einführen

Im Rahmen der Debatte um Integration und Islam wird immer wieder gefordert, dass neben dem konfessionell christlichen auch islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen eingeführt werden solle. Dies erscheint für mich genau der falsche Weg zu sein. Nicht umsonst hat Imanuel Kant in seinem berühmten Aufsatz über die Aufklärung die Religion als grösstes Hindernis für den Ausgang aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit des Menschen benannt.

Schule sollte ein Ort des Dialogs und der Aufklärung sein und nicht der religiösen Indoktrination für bestimmte Gruppen der Gesellschaft. Deshalb erscheint mir ein Spartenunterricht nach Religionsgruppen getrennt vollkommen kontraproduktiv zum schulischen Bildungsauftrag eine verantwortliche Partizipation an demokratischen Entscheidungsprozessen auf der Basis von gegenseitiger Toleranz zu ermöglichen.

Für führende Politiker der sogenannten Christlich Demokratischen Union gehört der Islam zu Deutschland, jedoch verlassen christliche Schüler mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schulen ohne sich tiefer gehend mit den Glaubensinhalten des Islams auseinandergesetzt zu haben, genauso wie muslimische Schüler die Schule verlassen ohne selbiges in Bezug auf die christliche Religion getan zu haben.

Dabei sollte eine Bereicherung durch Zuwanderung doch genau darin bestehen, sich mit jeweils fremden Glaubensinhalten auseinanderzusetzen.

Wenn Politiker die multikulturelle Gesellschaft ernst nehmen und tatsächlich Millionen Zuwanderer aus muslimischen Gesellschaften integrieren wollen, dann sollten sie wenigstens an den Schulen dafür sorgen, dass Multikulturalität auch gelebt wird und alle Schüler ob Katholiken, Protestanten, Sunniten, Schiiten und Atheisten ein und denselben Religionsunterricht besuchen.

Da die katholische Kirche und auch ihr politischer Arm, die Christlich Demokratische Union so viel Wert auf die Aufnahme von hauptsächlich mohammedanischen Flüchtlingen mit dem Argument der christlichen Nächstenliebe propagiert, wäre es ein schönes Symbol, wenn sie auf einen eigenständigen Religionsunterricht verzichten würde. Dies gilt umso mehr, als man auch den Eindruck gewinnen kann, dass für christliche Würdenträger kaum noch ein Unterschied zwischen dem Christentum und dem Islam zu bestehen scheint.

 

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